AmauroMap


Amau
roMap! Was heißt das?

AmauroMap leitet sich ab von "Amaurosis", dem griechischen Wort für Blindheit bzw. stark eingeschränkte Sehfähigkeit, und bezeichnet somit eine Karte für blinde und sehschwache Personen. Gemeint ist jedoch keine analoge taktile Karte, die vom Benutzer ertastet wird, sondern eine interaktive Online-Karte zur Reisevorbereitung.

AmauroMap! Weshalb?

AmauroMap erforscht barrierefreie Stadtpläne für das Internet und soll damit insbesondere blinden Menschen ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen. Während die Ergebnisse von Routenplanern mittels Sprachausgabe bereits für blinde Menschen zugänglich gemacht werden konnten, bleibt hingegen die Nutzung von Online-Stadtplänen, die inzwischen im Internet immer häufiger Anwendung finden, immer noch verwehrt. Mit klassischen Wegbeschreibungen, zum Beispiel "nach 150 Metern links abbiegen", wird blinden Menschen nur ein sehr linearer Zugang zu räumlichen Informationen angeboten. Blinde Menschen werden zwar von A nach B gelotst, vieles an räumlicher Information dazwischen geht allerdings unbemerkt an ihnen vorbei.

AmauroMap bietet daher eine neue Form der räumlichen Beschreibung, indem versucht wird, blinden Menschen ein Gebiet als ein Ganzes darzustellen. Gegenüber Routenbeschreibungen besteht die besondere Neuigkeit des Ansatzes darin, dass blinde Menschen nicht mehr linear durch Städte gelotst werden. Stattdessen soll die Chance gegeben werden, Stadträume, Straßen, Plätze, Parks, etc. als flächigeres/räumlicheres Gebilde zu erfahren bzw. zu begreifen. Derzeit sind keine anderen Projekte bekannt, die Internetstadtpläne barrierefrei machen.

AmauroMap! Wie?

Das Projekt soll auf Basis bestehender Ansätze, empirischer Informationen und zu entwickelnder Beschreibungsmechanismen eine der letzten Barrieren des Internets auflösen. AmauroMap versucht digitale Stadtplandaten für blinde Menschen so aufzubereiten, dass diese im Kopf zu kognitiven Karten (mental maps) kombiniert und so Stadtstrukturen näher gebracht werden. Beschreibungen von Häuserblöcken, Straßen- und Grünräumen sowie hör-, fühl- und riechbaren Orten und deren Zusammensetzung zu kognitiven Karten sollen aus modernen Vektorkarten automatisiert abgeleitet werden, wodurch eine großflächige Anwendung ermöglicht wird. Dafür muss zunächst mittels qualitativer Interviews erhoben werden, wie räumliche Beschreibungen für blinde Menschen ausfallen müssen, dass diese für die Zielgruppe brauchbar und verständlich sind. Zur Programmierung der Prototypen soll soweit wie möglich auf Open-Source-Software und freie Datenbestände zurückgegriffen werden. Ausgegeben werden die räumlichen Informationen mittels Screenreader (Bildschirmleseprogrammen). Das Projekt AmauroMap wird von der Internet-Privatstiftung Austria IPA im Rahmen des Programmes Netidee gefördert. 
Abgeschlossenes Projekt (2009-2012)


Link:
www.amauro.map.at/plus/


Förderungsprogramm:
Das Projekt AmauroMap wird von der Internet-Privatstiftung Austria IPA im Rahmen des Programms Netidee gefördert. 











Ċ
k.mitterer@ceit.at,
01.08.2012, 01:56
Ċ
k.mitterer@ceit.at,
01.08.2012, 01:56
Ċ
k.mitterer@ceit.at,
01.08.2012, 01:56